Die Digitalisierung der breiten Masse

Von der Anlagenüberwachung und der Digitalisierung der Wartungsarbeit

Bei Digitalisierung denkt man sehr schnell an Themen, wie die komplette Automatisierung des Maschinenparks, oder dem Bestreben zur sagenumwobenen Losgröße 1. Das sind natürlich Themen an denen aktiv gearbeitet wird und diese Trends werden die mittel- bis langfristige Zukunft sehr stark beeinflussen. Aber auch im hier und jetzt ist die Digitalisierung bereits Realität. In kleinen Schritten erobert sie alle Arbeitsbereiche, nicht nur die Produktionsmaschine.

Wir beschäftigen uns intensiv mit der Frage, wie man den Servicetechniker und die begleitenden Prozesse von der Einsatzplanung bis zum Servicebericht durch digitale Technologien verbessern kann. Dabei setzen wir vor allem auf digitale Werkzeuge wie Tablets und mobile Apps, um den Servicetechniker ideal mit Informationen wie Plänen und Auftragsdaten zu versorgen. Dabei sollte man es vermeiden, einfach „Zugriff auf alle Informationen zu geben“, denn das bewirkt oft das Gegenteil. Wer Zugriff auf alles hat, weiß gleichzeitig nichts, weil er die richtige Information erst suchen muss. Viel besser ist es, ein Planungstool zu nutzen, mit dem den Servicetechnikern nur wirklich relevanten Informationen digital mitgegeben werden können. Gleichzeitig sollte die Dokumentation von Arbeitszeit, Mängel oder Materialverbrauch möglichst vereinfacht werden. Denn nur, wenn es für die Anwender einfach ist, werden akkurate Daten auch Zeitnah erfasst.

Ein wesentlicher Trend der Digitalisierung ist für uns, dass sich Spezialisten mit exzellenten digitalen Produkten etablieren, die statt einer unnötig komplexen Universallösung, die nahtlose Integration mit anderen digitalen Services suchen. Auch wir verfolgen den Ansatz, das beste Werkzeug für den Servicetechniker, den Monteur und die dazugehörigen Anspruchsgruppen zu sein. Dazu fördern wir die Kompatibilität mit Dritt-Services, um den Kundennutzen einfach zu vervielfachen.

Konkretes Beispiel ist die Integration mit einer Cloud-Betriebsdatenerfassung,
die z.B. Stillstands-Zeiten automatisiert ermittelt, die Gesamtanlageneffektivität (OEE) errechnet und andere Informationen aus der Produktion sammelt und bereitstellt. Stillstände werden damit automatisiert erkannt und in bestimmten Szenarien automatisch ein Service-Request ausgelöst, der sofort die Personaleinsatzplanung in Gang setzt und den richtigen Servicetechniker informiert. Noch am Weg zum Einsatz kann er sich das Maschinenverhalten vor dem Zwischenfall ansehen und sich gezielt auf die Instandsetzung vorbereiten. Die Dokumentation des Einsatzes erfolgt in Echtzeit während des Einsatzes und der Produktionsleiter erlebt den Ablauf transparent aus der Ferne mit. Nach Beendigung des Einsatzes werden Service-Eckdaten automatisch an die Betriebsdatenerfassung zurückgemeldet und nehmen Einfluss auf Produktionskennzahlen.

Schon isoliert betrachtet stiftet sowohl die digitale Anlagenüberwachung als auch die mobile Field Management Lösung seinem Anwender großen Nutzen. Die Kombination der Anwendungen ergibt jedoch einen Nutzen der größer ist, als die Summe der einzelnen Teile. Wir bekommen vom Markt jeden Tag aufs Neue das direkte Feedback, dass einfache Lösungen gefordert werden – als Alternative zu den trägen Enterprise Lösungen. Wir haben daher sehr große Zuversicht, dass die Integration verschiedener einfacher Services der Schlüssel für die Digitalisierung der breiten Masse sein wird.

Benjamin Schwärzler
CEO, Tablet Solutions GmbH

© Benjamin Schwärzler von Tablet Solutions